„Jedes überflüssige Wort wirkt seinem Zweck gerade entgegen.“
Arthur Schopenhauer
Es ist bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen, so habe auch ich schon ein paar Etappen hinter mir, nach denen ich aktuell Bezirksliga-Kader-Schiedsrichter im Südbadischen Fußballverband, Bezirk Baden-Baden, bin.
- Neulingslehrgang 2003
- Das erste Spiel
- Von den Jungschiedsrichtern zu den Aktiven
- Als Linienrichter in die Landesliga
- Aufstieg in die Kreisliga A
- In die höchste Liga im Bezirk
- Landesliga ab der Rückrunde 2008/09
Neulingslehrgang 2003
Die Geschichte beginnt eigentlich schon zwei Jahre vorher. Damals entschlossen sich ein Freund meines Vaters und dessen Sohn Schiedsrichter zu werden. Sie wollten auch mich überreden, aber ich hielt standhaft dagegen. Naja, zumindest zwei Jahre. Warum ich dann Schiedsrichter werden wollte?! Ich wollte einfach ein bisschen Sport machen, am Fußball war ich seit jeher interessiert und da ich in dieser Hinsicht nicht sonderlich viel Talent hatte blieb „nur“ noch die Schiedsrichterei übrig. Klingt komisch, war aber so. Oder zumindest so ähnlich. Und bis heute habe ich diese Entscheidung nicht bereut... Zudem bin ich schon jetzt höher gekommen, als ich es als Spieler jemals hätte erreichen können.
Da saß ich dann in der Sportschule Steinbach beim Neulingslehrgang. In einigen Samstags- und Montagsterminen wurde uns neben der Regelkenntnis auch gelehrt wie wir uns als Unparteiische zu verhalten haben. Klingt einfach, aber schon bei den Regeln wurde ich oft von der Komplexität überrascht. Als Fan meint man mit den Fußballregeln vertraut zu sein, aber was passiert wenn ein indirekter Freistoß direkt verwandelt wird? Ein Zuschauer den auf das leere Tor zurollenden Ball stoppt? Oder ein Spieler beim Elfmeter zu früh in den Strafraum läuft? Gerade die Kleinigkeiten sind es, die man lernen muss, die einen regelsicher machen. Und die auf dem Fußballplatz kein Zuschauer versteht, wenn sie denn doch einmal geschehen. An dieser Stelle vielleicht auch noch ein Detail, das auch viele Trainer nicht kennen: Beim Abstoß gibt es KEIN Abseits.
Zum Abschluss galt es eine Prüfung abzulegen, diese bestand aus Regelfragen und einer mündlichen Prüfung. Ich hatte es geschafft und konnte stolz die Sportschule mit meinem "Vorläufigen Schiedsrichterausweis" verlassen. Dann hieß es erst einmal warten auf das erste Spiel.

